Pflege Bahr

Die neue staatliche Förderung der Pflegegeldversicherung

Seit dem 01.01.2013 werden in Deutschland spezielle Pflegegeldversicherungen staatlich gefördert.

Informationen des Bundesministeriums finden Sie hier.

Die Förderung beträgt 60 Euro jährlich bzw. 5 Euro monatlich.

Die Verträge müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen und werden auf der Grundlage einheitlicher Bedingungen im Markt eingeführt. Die Tarife unterscheiden sich dennoch in Details.

MB/GEPV 2013

gesetzliche Grundlage SGB XI Kap. XIII § 126 ff

Voraussetzungen für die Förderfähigkeit:

* mindestens 600 Euro monatliches Pflegegeld in PS (Pflegestufe) III
* mindestens 10 Euro monatlicher Beitrag
* mindestens das 18 Lebensjahr vollendet
* keine Ablehnungen, keine Risikozuschläge oder sonstigen Erschwernisse wegen Vorerkrankungen
* es darf noch kein Antrag auf Pflegegeld gemäß SGB XI bzw. PPV der PKV (private-Pflegepflicht-Versicherung der Privaten Krankenversicherung) gestellt sein
* 60 Monate Wartezeit

Kinder, die nach Abschluss neu geboren werden, können im Rahmen der Kindernachversicherung (§ 198 VVG bzw. § 24 MB/GEPV 2013) versichert werden. Die Beiträge für die Kinder sind nicht förderfähig und dürfen 15 Euro monatlich (10 Euro plus 5 Euro Förderung) unterschreiten.

Wichtiger Hinweis:

Wenn die eigenen persönlichen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel der Gesundheitszustand, den Abschluss einer normalen Pflegegeldversicherung ermöglichen, sollte man prüfen, ob man für 10 Euro monatlich nicht sogar höhere, passendere und ggf. bessere Leistungen bekommt, als für 15 Euro (10 Euro plus 5 Euro Förderung) in einem förderfähigen Produkt.

Leistungsunterschiede:

Die Verträge der einzelnen Anbieter unterscheiden sich teilweise erheblich.

1. zusätzliches Pflegegeld nur mit förderfähigem Pflegegeld

Einige Anbieter machen den Abschluss einer zusätzlichen Pflegegeldversicherung abhängig vom Abschluss einer förderfähigen Pflege.

Bewertung: Diese Koppelung ist aus Sicht des Verbrauchers eine massive Einschränkung. Deshalb empfehlen wir diese Anbieter grundsätzlich nicht.

Betroffene Gesellschaften: Debeka und Gothaer

2. Wartezeiten

Einige Versicherer verzichten auf die Wartezeiten, wen der Versicherungsfall (Pflegebedürftigkeit) durch einen Unfall eingetreten ist.

Bewertung: ein „must have“

Betroffene Gesellschaften (die das nicht tun): AXA, Hanse Merkur, Münchener Verein

3. Dynamik – Leistungsanpassung

Die Versicherer unterscheiden sich in der Dynamik des Vertrages, wobei sich die Frage stellt, ob das für eine Person, die eine normale Pflegegeldversicherung mit Dynamik hat, notwendig ist. Die Dynamik läuft bei der Förderung ins Leere, da die Förderung nicht dynamisch ist.
Ist die förderfähige Pflegegeldversicherung aber die einzige sinnvolle Möglichkeit eine Absicherung zu bekommen, dann ist die Dynamik ein wichtiger Aspekt.

Die Dynamik unterscheidet sich im zeitlichen Abstand, der prozentualen Höhe, dem Auslöser, etc.

4. maximales Pflegegeld

Viele Anbieter maximieren die Leistung auf 600 Euro Pflegegeld in Pflegestufe III. Dies gilt dann unter Umständen auch für eine Dynamik.

Für Personen, für die die förderfähige Pflegegeldversicherung die einzige sinnvolle Möglichkeit eine Absicherung zu bekommen, ist die Möglichkeit höherer Absicherungen ein wichtiger Aspekt.

5. prozentuale Leistung in den Pflegestufen

Vereinbart wird ein Pflegegeld in Pflegestufe (PS) III.

In Pflegestufe (PS) I wird dann ein Prozentsatz, zum Beispiel 10%, 20% oder 30%, des für PS III vereinbarten Pflegegeldes gezahlt.

Gleiches gilt für die Pflegestufe II oder die Pflegestufe 0, so nennt die PKV die Leistung für die eingeschränkte Alltagskompetenz (z. B. Demenz).

Das derzeit beste Angebot in dieser Hinsicht macht die Debeka mit folgenden Leistungen:

Pflegestufe 0 20%
Pflegestufe I 35%
Pflegestufe II 70%
Pflegestufe III 100%

Als Alternative dazu kann man die Central (wird als White Label Produkt auch von Envivas angeboten) sehen:

Pflegestufe 0 10%
Pflegestufe I 20%
Pflegestufe II 30%
Pflegestufe III 100%

Fazit:

Die Leistung der Debaka in Pflegestufe I beträgt aber nun nicht das 3,5 fache der Leistung der Central. Durch die niedrigeren Prozentsätze in den PS 0-II erhalten Sie bei der Central ein deutlich höheres Pflegegeld in PS III. 10% aus dem höheren Pflegegeld sind aber mehr monatliches Pflegegeld, als 10% aus dem bei der Debeka vereinbarten Betrag.

In vielen Medien wird derzeit kritisch hinterfragt, ob der Pflege-Bahr sinnvoll ist. Dabei wird mit Zahlen gearbeitet, die falsch sind.

Finanztest April 2013 Pflegzusatz

Finanztest April 2013 komprimiert

Das Ergebnis ist einfach: ein durchschnittliches Einkommen und eine überwiegend durchgehende Erwerbsbiografie in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, etwas private Vorsorge und Riester-Rente vorausgesetzt, reicht bei durchschnittlichen Pflegeheimen der Betrag von 600 Euro in Pflegestufe III aus! Jüngere Menschen müssen mehr absichern, weil bei ihnen der Mindestbeitrag von 15 Euro (10 Euro plus 5 Euro Zulage) höhere Absicherung erzeugt. Das ist auch nicht verkehrt, weil die Kosten steigen werden, ein vereinbarter Euro Betrag ist aber erst einmal fix.
Diese Aussagen gelten unter bestimmten Annahmen und sollte Sie nicht davon abhalten sich insgesamt zum Thema Vorsorge vernünftig und umfassend beraten zu lassen!

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