Pflege

Das Thema Pflege an sich, ist eigentlich kein Thema für Versicherung, sondern eine Herausforderung für die Familie. So wie einst unsere Eltern uns gepflegt haben, haben wir nun die Aufgabe uns um unsere Eltern zu kümmern.

Das ist vordergründig erst einmal eine ethische, moralische Aufgabenstellung und erst dann eine finanzielle.

Die Herausforderungen sind dabei auf der einen Seite, die gleichzeitigen, teilweise vermeintlichen, Anforderungen unserer Gesellschaft an uns, wie Konsum, Mobilität und Leistungsdruck. Auf der anderen Seite die deutliche Zunahme an Lebenserwartung, die mit einer zunehmenden durchschnittlichen Dauer in Pflegebedürftigkeit einhergeht.

Viele Babyboomer haben auch keine Kinder gezeugt, die sich später um sie kümmern könnten.

Gleichzeitig reduziert der demographische Wandel durch neue Rentenformeln und Besteurung das verfügbare Einkommen im Alter. Private Vorsorgen schmelzen in der Staatsschuldenkrise und dem Niedrigzinsumfeld des beginnenden 21. Jahrhunderts dahin.

Das ist aber nur der monetäre Aspekt. Auch die Zahl potentieller Pflegekräfte, die sich um die wachsende Zahl der Pflegefälle kümmern könnte, sinkt durch die Demographie.

Pflege geht uns alle an. Heute, weil es unsere Eltern betrifft und Morgen, weil es uns selbst betrifft.

Mit Einführung der Pflegepflichtversicherung 1995 haben wir die Finanzierung der Nachfrage teilweise sicher gestellt und damit zum Aufbau der heutigen Pflegeindustrie gesorgt. Auch die aktuellen Maßnahmen, wie die am 01.01.2013 im Nahmen des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz, dienen überwiegend der Finanzierung der Nachfrage. Ein erster Schritt in Richtung „länger selbstbestimmt Leben“ ist die Förderung von Pflege-Wohngruppen, die neu eingeführt wurde (§ 38a SGB XI und § 40 SGB XI).

Noch wichtiger wäre die Förderung der AAL, also “Ambient Assisted Living” (Artikel: Was sind AAL), und der Prävention (Artikel: Was ist Pflege-Prävention) . Bei den AAL wäre ein höherer Zuschuss zu Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen, die heute mit 2.557 Euro (§40 SGB V) maximal bezuschusst werden, ein erster Schritt. Das könnte dadurch zielgerichtet umgesetzt werden, in dem es keinen Zuschuss gibt, sondern notwendige AAL-Maßnahmen zu 70 oder 80% finanziert werden.

Wenn es uns hier als Gesellschaft gelingt, Prävention zu fördern und AAL zu finanzieren und zu nutzen, könnten viele Menschen länger selbstbestimmt leben und der Bedarf an Pflege wäre kürzer und weniger zeitintensiv. Das führt aber auch zu niedirgeren Pflegestufen und niedrigerem Pflegegeld.

Manchmal hat man aber in Diskussionen zu diesem Thema das Gefühl, dass die Menschen glauben, dass ihnen dadurch etwas weg genommen wird. Also ein mögliches höheres Pflegegeld. Dieser Gedankengang ist aber falsch, weil wir den Menschen, also unseren Eltern heute und uns und unseren Kindern später, etwas gegeben wird: ein längeres selbstbestimmtes Leben!

Die private Versicherungswirtschaft klappert zwar mit Assistance-Leistungen, aber es gibt bisher keinen sinnvollen Ansatz, diese Vorsorge-Leistung im Sinne der Kostenerstattung abzusichern. Es gibt nur ein einziges Produkt, dass sich diesem Thema animmt. Der Tarif akut der AXA Krankenversicherung (Detail Artikel folgt). Aber das kann nur ein erster Schritt sein und ist nicht der große Wurf. Um so mehr, als dass, neben den Assistance-Leistungen, nur in den ersten drei Monaten Kosten zu 100% bis maximal 2.500 Euro für bestimmte definierte Unterstützungen gezahlt werden.

Wer sich für das Thema Pflege sensibilisieren will, dem empfehlöe ich das Buch „Im Netz der Pflegemafia“ von Claus Fussek oder Wundgelegen von Oliver Bruns / Gerhard Schuhmacher. Danach werden Sie vertsehen, warum es fordergründuig wichtiger ist, das selbstbestimmte Leben unserer Angehörigen zu ermöglichen, statt nur über die Finanzierung der Kosten im Fall der Pflegebedürftigkeit nachzudenken.

Statistiken:

In welchem Alter sind die Menschen Pflegebedüftig

Literatur:

Claus Fussek Im Netz der Pflegemafia
ISBN-13: 9783442155590
ISBN-10: 3442155592

Oliver Bruns / Gerhard Schuhmacher Wundgelegen
ISBN-10: 3941801120
ISBN-13: 978-3941801127

Informationsseiten im Internet:

AOK-Gesundheitsnavigator/Pflege

IKK-Pflegekompass

BKK-Pflegefinder

Vereinigung selbstbestimmt Leben

Bundesminsterium für Gesundheit

Merkblatt BMG: Pflegebedürftig! Und nun?

Broschüre PKV: Sicherheit im Pflegefall

Portal PKV: derPrivatpatient/Pflege

PKV medicproof

Comedy

Die Alternative zur stationären Pflege in einem Heim? AIDA

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