Zusatzversicherung

Die gesetzliche Pflegepflichtversicherung ist, und das gilt auch für die Private-Pflegepflichtversicherung, eine Teilkasko-Lösung.

Ob man eine zusätzliche Pflegegeldversicherung benötigt, hängt von vielen Faktoren ab:

1. Alter und Familienstand

Junge Menschen sollten an das hier und jetzt denken und dabei steht die Absicherung der Arbeitskraft (Krankengeld, BU- oder EU-Rente, ggf. funktionelle Absicherungen, also Grundfähigkeiten, Dread-Disease (schwere Krankheiten)) im Vordergrund.

Danach kommt das Thema Altersversorgung.

1.1. Familienplanung

Wichtig: wenn sie Kinder planen, dann sollten Sie frühzeitig eine Pflegegeldversicherung bei einer PKV (Privaten Krankenversicherung) abschließen um den Anspruch auf Kindernachversicherung sicher zu stellen. Kinder kommen nicht immer gesund zur Welt, und wenn das Kind eine körperliche oder geistige Behinderung haben sollte, dann ist die Kindernachversicherung der einzige Weg die finanziellen Belastungen abzusichern. Achten Sie auf eine ausreichende Absicherung, vor allem für Pflegestufe (PS) 0 (eingeschränkte Alltagskompetenz) und einer Dynamik nach Eintritt des Versicherungsfalls.

2. Vermögen schützen

Sie sind älter und haben Vermögen? Verbrauchen oder Vererben ist die entscheidende Frage. Der Rest eine kaufmännische Rechnung zwischen kalkulierbare Reduzierung des Vermögens versus unkalkulierbaren Vermögensverbrauch durch Pflegebedürftigkeit.

3. BU-Absicherung (Berufsunfähigkeit)

Wer eine BU hat, der sollte bedenken, dass diese enden wird. Ist die Altersversorgung ausreichend, dann ist die Frage geklärt. Sonst wäre eine Option auf Abschluss einer Pflegegeldversicherung mit Ende der Risiko- und Leistungsdauer der BU-Versicherung oder ein Vertrag mit aufgeschobenem Leistungsbeginn, wie es die Nürnberger zum Beispiel anbietet, wichtig.

4. Altersversorgung

Wer über eine ausreichende Altersversorgung verfügt, der braucht keine Pflegegeldversicherung, es sei denn, dass er sein Vermögen aufgebaut hat um es zu vererben.

Ausreichend bedeutet, dass die Altersversorgung in heutigem Geldwert, bitte beachten Sie die zukünftige Inflation, mindestens 4.000 Euro monatlich beträgt.

Allgemeines

Es kann also sinnvoll sein, eine zusätzliche Pflegegeldversicherung abzuschließen.

Neben der Pflege-TAGE-geldversicherung der Privaten Krankenversicherung (PKV) werden auch von Lebensversicherungen Pflegerentenversicherungen angeboten.

Der Unterschied ist einfach erklärt:

Pflegerentenversicherung der Lebensversicherung:

1. der Rechnungszins beträgt aktuell 1,75% (Achtung ältere Verträge haben höherer Rechnungszinsen),

2. die Kalkulation basiert auf einer dynamischen Sterbetafel. Das bedeutet, dass die zukünftige Zunahme an Lebenserwartung und daraus bedingter längerer Pflegebedürftigkeit berücksichtigt wird. Die Tarife sind also „über“-kalkuliert.

3. die Versicherer dürfen den Beitrag nur in einer Notlage der Gesellschaft erhöhen (bzw. die Leistungen reduzieren),

4. sehr häufig wird neben der Einstufung nach SGB XI (MB/PPV) auch nach den ADL (Aktivitäten des täglichen Lebens / activity of daily living) ein Pflegegeld gewährt.

5. es werden Rückkaufwerte gebildet, eine Beitragsfreistellung ist möglich, etc.

6. Leistung bei Demenz: Die Lebensversicherer versichern regelmäßig nicht die eingeschränkte Alltagskompetenz in der ausgeprägten Form des Kap. V SGB XI, sondern nur die Demenz.

7. der Geltungsbereich ist oft anders, als bei den PKV Produkten, ggf. weltweit. Wichtig ist in diesem Fall aber die Defintion der Pflegebedürftigkeit nach ADL und das Gutachterverfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit.

Die Beiträge sind deutlich höher als in der Pflegegeldversicherung der PKV. Das beruht auf dem niedrigeren Rechnungszins, der fehlenden Beitragsanpassungsklausel und der „Über“-Kalkulation durch die dynamische Sterbetafel.

Tipp: zur Zeit stellen Pflegerentenversicherungen zur Absicherung des Risikos eine Kapitalvernichtung dar, weil der Beitragsvorteil aus dem Rechnungszins sehr gering ist und kaum Überzinsen zum Ausgleich der Inflation entstehen.
Ausnahme sind sogenannte „Erbenschutzprogramme“. Hier ist vor allem das Pflegegeld der SwissLife zu erwähnen, dass sogar unverbrauchte Beiträge zurück erstattet.

Auch wenn akute Vorerkrankungen einen Abschluss erschweren oder ausschließen, kann eine Pflegegeldversicherung bei einer Lebensversicherung mit einer Karenzzeit und vereinfachten Fragen eine Lösung sein. Empfehlenswert sind in diesen Fällen die Nürnberger, die Ideal oder die Generali.

Pflegegeldversicherung der Krankenversicherung

1. die PKV kennt eine Beitragsanpassungsklausel. Deshalb sind Preisvergleiche immer ohne wirklichen Nutzen.

2. es werden keine Rückkaufwerte gebildet und bei einer Kündigung verfällt die gesamte gebildete Alterungsrückstellung zu Gunsten des Kollektivs. Diese Vererbung ist bereits im Beitrag enthalten.

3. der Rechnungszins beträgt maximal 3,5%, bei neuen aktuellen Tarifen überwiegend 2,75%.

4. die PKV Tarife haben eine Kindernachversicherung, was sehr sinnvoll ist, wenn man Nachwuchs plant. Kinder kommen nicht immer gesund zur Welt und unter Umständen ist die Kindernachversicherung die einzige Möglichkeit Versicherungsschutz für Ihr Kind zu bekommen. Bei diesem Motiv ist es sehr wichtig auf eine hohe Absicherung für die Leistung eingeschränkte Alltagskompetenz und eine Dynamik auch nach Eintritt des Versicherungsfalles zu achten.

5. die Einstufung erfolgt bei allen aktuellen Tarifen nach der Entscheidung der GKV, also auf der Basis des Gutachtens. ADLs (Aktivitäten des täglichen Lebens) sind bisher in den Verträgen nicht berücksichtigt.

6. Geltungsbereich ist EU, EWR und ggf. Länder mit denen es ein Sozialversicherungsabkommen gibt. Auch wenn etwas anderes in den Bedingungen gesagt sein sollte, sind die genauen Regelungen zu beachten.

Eine Einschränkung nur auf Deutschland widerspricht übrigens dem geltenden EU-Recht und ist unwirksam.

funktionelle Absicherung

Darüber hinaus finden sich Leistungen bei Pflegebedürftigkeit auch in den neuen Multi-Renten (funktionelle Absicherungen), den Grundfähigkeits-Versicherungen oder Schwere-Krankewhiten (Dread Disease).

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